Wallfahrt der Seelsorgeeinheit Obersee nach Einsiedeln

10. Juni 2017

Impuls

Liebe Klostergemeinschaft!

Liebe Mit-Pilgernde!

Liebe Mit-Glaubende!

„Wie geht’s?“ Das ist eine alltägliche Frage, die wir uns stellen. Es geht. Momol, es geht recht gut. Es geht so lala. Eigentlich nicht gut. Ich stehe an. Mit dem „Gehen“ von „Wie geht’s?“ bringen wir den Verlauf des Lebens zum Ausdruck mit dem, was gelingt, mit dem, was daneben geht, mit all seinen Höhen und Tiefen. Das Gehen wird zum äusseren Bild meines Innern. Und es widerspiegelt auch unsere Beziehungen: Menschen gehen aneinander vorbei oder wieder aufeinander zu. Ein solches Gehen hat noch keinen Sinn, es ist orientierungs- und ziellos. Ein solches Gehen kann seinen Sinn durch die soziale und religiöse Dimension erhalten. Oder einfacher formuliert im Thema unserer diesjährigen Wallfahrt: „Gemeinsam unterwegs sein im Glauben“. Denn Christ sein kann man nur im Gehen.

Christ sein kann man nur, wenn man unterwegs ist, wenn man auch Schritte tut und vorankommt. Wer stehen bleibt und sich auf dem Erreichten ausruhen will, der rostet ein. Christ sein kann man nur in Gemeinschaft: ein Christ ist kein Christ.

Christ sein kann man nur glaubend, kann man nur, wenn man auf der Suche nach dem Sinn des Lebens ist. Es ist diese Frage, die sich immer wieder stellt, wenn wir uns gemeinsam im Glauben auf den Weg machen: Wo wollen wir eigentlich ankommen? Wonach richten wir den Kompass für unsere Lebenswege? Nach dem gerade vorherrschenden Zeitgeiste, den Strömungen der Mode, nach Lust und Laune? Was kann uns heute Orientierung geben?

Gott möchte gerne Wegweiser, Orientierungspunkte, in unserem Leben aufstellen. Wie aber finden wir sie? Was ist der rechte Weg zu Gott?

 „Wie viele Wege zu Gott gibt es?“ – So wurde Joseph Kardinal Ratzinger – der spätere Papst Benedikt XVI. – einmal in einem Interview gefragt, als er noch Präfekt der römischen Glaubenskongregation und somit der gestrenge Dogmatiker und oberste Glaubenswächter war. Er hat dem Journalisten lächelnd geantwortet: „Es gibt so viele Wege zu Gott, wie es Menschen gibt.“