Seelsorgeteam      

Lesung:        1 Thess 5, 12ff

Evangelium:  Mk 1,21-28

Meditative Gedanken:

«Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.» So hiess es im Evangelium.

Die wenigsten Menschen sind «besessen» im reinen Sinne des Wortes. Aber die unreinen Geister gibt es. Und in gewisser Art haben diese Geister oder – man könnte auch sagen - Drachen uns Menschen mehr oder weniger im Griff.

Schauen wir doch genauer hin und lassen wir uns genauso wie damals die Menschen um Jesus von seiner Kraft überzeugen. Es ist dieselbe Kraft, die auch Magnus an den Tag gelegt hat. Es ist die Kraft, die die unreinen Geister, die lebensbedrohlichen Drachen überwinden kann.

Es ist die Kraft, um die es sich zu bemühen gilt, wie es in der Lesung hiess:
«Bemüht euch vielmehr mit allen Kräften und bei jeder Gelegenheit, einander und auch allen anderen Menschen Gutes zu tun.»

Drache der Resignation

Da ist der Drache der Resignation. Dieser wird mit der Hoffnung besiegt. Die Hoffnung erkennt auch dort, wo wir keinen Weg sehen, neue zukunftsgerichtete Wege.

Oder in den Worten von Friedrich Nietzsche, dem Philosophen: «Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens.»

Welch ein Gewinn sind Menschen für eine Pfarrei, für eine Gemeinschaft, die den Drachen der Resignation überwinden und anderen Hoffnung geben können, die positiv in die Zukunft sehen.

Drache der Ungeduld

Da ist der Drache der Ungeduld. Dieser wird mit Geduld und Nachsicht besiegt. Geduld weiss, dass nicht alles aufs Erste gelingen kann. Nachsicht weiss, dass wir Menschen nicht perfekt sind und es nicht sein müssen.

Don Bosco, der italienische Priester und Sozialpädagoge, der im 19 Jahrhundert lebte, hat einmal formuliert:  "Liebenswürdigkeit, Nachsicht und Rücksicht, sind die Schlüssel zum Menschenherzen."

Welch ein Gewinn sind Menschen für eine Pfarrei, für eine Gemeinschaft, die den Drachen der Ungeduld überwinden und anderen mit Nachsicht und Rücksicht begegnen.

Drache der Unversöhnlichkeit

Da ist der Drache der Unversöhnlichkeit. Dieser wird mit Friedfertigkeit und Versöhnungsbereitschaft besiegt.

Dort, wo sich Fronten verhärtet haben, versteht es die Versöhnungsbereitschaft, Brücken zu bauen und Hartherzigkeit zu überwinden.

«Frieden im Herzen bringt Frieden in die Welt», sagt ein Sinnspruch des deutschen Historikers Theodor Toeche-Mittler.

Welch ein Gewinn sind Menschen für eine Pfarrei, für eine Gemeinschaft, die den Drachen der Unversöhnlichkeit überwinden und anderen die Hand zur Versöhnung entgegenstrecken.

Drache der Unverbindlichkeit

Da ist der Drache der Unverbindlichkeit. Dieser wird mit Klarheit besiegt. Jesus hat gesagt: «Euer Ja sei ein Ja, euer Nein, ein Nein.»

Welch ein Gewinn sind Menschen für eine Pfarrei, für eine Gemeinschaft, die den Drachen der Unverbindlichkeit überwinden, auf die man zählen kann, weil sie sie sich klar und deutlich in die Gemeinschaft einbringen, die zu ihrer Meinung stehen, bei denen man weiss, woran man ist.

Drache der Ungerechtigkeit

Da ist der Drache der Ungerechtigkeit. Dieser wird mit Fairness und Gerechtigkeit besiegt.

Der Befreiungstheologe Leonardo Boff hat einmal geschrieben: «Für Gerechtigkeit kämpfen und Gerechtigkeit in die Tat umsetzen, ist Gottesdienst.»

Welch ein Gewinn sind Menschen für eine Pfarrei, für eine Gemeinschaft, die den Drachen der Ungerechtigkeit überwinden und für Gerechtigkeit sorgen, die Benachteiligten eine Chance eröffnen und nicht auf dem Recht des Stärkeren beharren.

Drache des Rassismus

Da ist der Drache des Rassismus und der Vorurteile. Es ist erschreckend, was aus Deutschland zu hören ist.

Welch ein Gewinn sind Menschen für eine Pfarrei, für eine Gemeinschaft, die den Drachen der Diskriminierung überwinden und jedem Rassismus wehren, indem sie offen auf Menschen fremder Herkunft zugehen.

Drache des Egoismus

Da ist der Drache des Egoismus, der Raffgier. Dieser wird mit Grosszügigkeit und der Grundhaltung des Teilens besiegt.

Khalil el Khatib, ein palästinensischer Schriftsteller, hat formuliert: «Das Leben, in dem es keine Freigiebigkeit gibt, ist wie eine Sonne ohne Strahlen.»

Welch ein Gewinn sind Menschen für eine Pfarrei, für eine Gemeinschaft, die den Drachen des Egoismus überwinden und mit einer Grundhaltung des Teilens ihren Beitrag fürs Gemeinwohl leisten.