Hans Hüppi 

Lesung:                                         Eph 4, 25-32
Evangelium:                               Joh 17, 20-25

Geist-erfüllte Mitchristen!
Wer oder wie ist Gott? - Eine Frage, welche die Menschen zu allen Zeiten mehr oder weniger umtreibt.

Heutzutage weichen viele dieser Grund-Frage aus, lehnen Gott ab oder leben so, als ob es ihn gar nicht gäbe.

Allerdings ist diese Gott-Vergessenheit nicht nur eine heutige Zeiterscheinung. Schon im Alten Testament (vergl. Ps 14,1 + Ps 53,2) steht zu lesen: „Es gibt keinen Gott – sagen die Toren.“

Als Christen sind wir aber überzeugt: Es gibt eine gute, göttliche, Geist-Kraft!

  • Einen dreifaltigen Gott, der in sich Beziehung ist –
  • ein DU, das sich auf mich persönlich einlässt –
  • einen Gott, der es gut mit mir meint, der mich begleitet, begeistert und beschützt.

Im heutigen Evangelium philosophiert der Evangelist Johannes über diese Frage: Wer ist Gott?

In einer Art Gebet wendet sich Jesus als Auftakt zu seiner Passion an diesen Gott, den er „Vater“ nennt.

Er bittet zu Gott, der Beziehung ist – der Kommunikation lebt.

Und die intensivste - die schönste Kommunikation - ist die Liebe.

Auch wir glauben an diesen Gott, der die Liebe selbst ist!

Das ist die gute Nachricht - die Frohbotschaft - der Christen, welche gerade unsere vielfach bedrängte und zerrissene Welt, heute besonders braucht:

Darum vertrauen wir dieser Geistkraft, die Gegensteuer gibt.
Eine Geistkraft, die aus Sackgassen herausführt, in die wir uns manövriert haben.

So ist es wichtig, dass auch wir miteinander ins Gespräch kommen.

Denn Kommunikation verhindert Ausgrenzung, schafft Gemeinschaft.

Das Verbindende zwischen göttlichem Vater und Sohn, zwischen göttlicher Mutter und Tochter, soll alle Menschen prägen: „Alle sollen eins sein, einig sein!“, sagt Jesus im Evangelium. - Nicht einfältig, sondern vielfältig und bunt. - So wie es eben die Liebe ist.

Gott ist sozusagen die verbindende Kraft.

  • Ohne sie bricht die Welt auseinander, versinken die Menschen in tödlichen Eigeninteressen.
  • Ohne diese Kommunikation in der Liebe driften Menschen und Staaten auseinander, bleibt die Wahrheit auf der Strecke.

Und da kommen auch die sozialen Kommunikations-Mittel zum Zuge. Sie sind sowohl eine Chance zu intensiverer Gemeinschaft aber auch eine Versuchung zum Missbrauch (Jeder 4. Jugendliche hat mit Cyber-Mobbing zu tun).

Soziale Netzwerke können zum Gelingen von Gemeinschaft beitragen.

Sie können aber auch – so formuliert es Papst Franziskus in seiner Botschaft zum heurigen MedienSonntag – „einen ungezügelten Individualismus nähren, ja manchmal sogar regelrechte Lawinen des Hasses lostreten.“

Auch die Gemeinschaft der Kirche ist auf gute soziale Kommunikations-Mittel angewiesen. (Darum die heutige Kollekte)

So kann und soll der göttliche Geist der Liebe gerade heute die Welt und unsere Gesellschaft positiv prägen, damit wir Auswege aus den Sackgassen finden und mutig gehen.

Dazu will uns die Kommunion – die Verbundenheit mit Jesus Christus – stärken. Sie will uns mit der göttlichen Geistkraft des Himmels verbinden, damit wir alle eins sind; damit wir uns einig sind, dass Gott lebt und wirkt.

So können wir auf die Frage „Wer oder wie ist Gott?“ sagen:

Gott ist das tragfähige Netz der Liebe. Sie lädt uns immer wieder zur Kommunion ein und zur Kommunikation mit Gott und untereinander, damit sich Gemeinschaft entfalten kann. AMEN